|
„L’italiana in Algeri“ – zwei gelungene Premieren am Balkan 2007
Im Rahmen der Förderprogramme von CEE Musiktheater fanden im Frühjahr 2007 die erfolgreichen Premieren in Mazedonien und Serbien statt.
Dem Verein, der von der Deutschen Bank Stiftung, dem Bundeskanzleramt Österreich und der Staatsoper Wien gegründet wurde, ist es ein besonderes Anliegen, nicht nur Künstler und Opernhäuser zu unterstützen, sondern auch den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen zu fördern. Dies ist mit der aktuellsten Koproduktion von „L’italiana in Algeri“ von G. Donizetti gelungen.
Für die beiden Opernhäuser in Skopje (Mazedonien) und Belgrad (Serbien) war das Projekt „L’italiana in Algeri“ die erste künstlerische Zusammenarbeit. Dies wurde auch in der Besetzung der Rollen sichtbar, so wurde die Hauptrolle der Italienerin von der Serbin Sanja Anastasijevic gespielt, die zum ersten Mal an der Oper in Skopje zusammen mit Mazedonischen Sängern aufgetreten ist. Das Zusammenspiel der Künstler aus den verschiedenen Ländern funktionierte nicht nur durch das große Engagement der Regisseurin Uschi Horner (Österreich) sehr gut, sondern war auch der Offenheit und Professionalität der einzelnen Sänger zuzuschreiben. Bei den Produktionen wirkten weiters Bühnenbildnerin Martina Segna (Italien), und Kostümbildnerin Marija Pupuchevska (Mazedonischen) mit. Gemeinsam wurde versucht den jungen Sängern/innen zeitgemäße Formen von Spiel und Regie zu vermitteln und so eine harmonische, aber auch moderne und überraschende Inszenierung zu schaffen. Nach zahlreichen Proben fanden die erfolgreichen Premieren am 9. Mai 2007 in Skopje und am 13. Juni 2007 in Belgrad statt, wobei in beiden Häusern wieder einige Stipendiaten von CEE Musiktheater mit Ihrem Talent überzeugen konnten.
Unser Dank gilt neben den drei Hauptsponsoren den österreichischen Unternehmen Verbund (Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG), Flughafen Wien (Vienna International Airport) und EVN Österreich/Mazedonien, die mit Ihrer freundlichen Unterstützung diese Produktion ermöglichten.

Opernhaus Bukarest und Timisoara
„Le Nozze di Figaro“ – erfolgreiche Premiere in Bukarest und Timisoara
Nach Zauberflöte in Skopje und Sofia hatte nun die zweite, von CEE Musiktheater unterstützte Mozartoper Premiere an einem der Partnerhäuser. Rechtzeitig zum Ende des Mozartjahres und unmittelbar vor dem Beitritt Rumäniens zur EU ging die Produktion über die Bühne. Im Mai des Jahres 2007 kommt es schließlich zu einer Aufführungsserie dieser Produktion am Opernhaus Timisoara.
Mehrere Zielsetzungen lagen der Produktion von „Le Nozze di Figaro“ zugrunde:
Das Opernhaus in Bukarest feierte im Dezember 2006 sein 85 jähriges Bestehen, das Mozartjahr neigte sich dem Ende zu und der Premierentag (1.Dezember 2006) ist der rumänische Nationalfeiertag. Dass der Beitritt Rumäniens zur EU im Dezember knapp bevor stand, gab dem gesamten Unterfangen noch eine besondere Note. Künstlerisch war es die Absicht, eine Aufführung zustande zu bringen, die schwerpunktmäßig von CEE-Stipendiaten getragen wurde. Mit Ausnahme des Gärtners Antonio und der Susanne der Premiere, Laura Tatulescu (Staatsoper Wien) waren alle Partien mit jungen CEE-Sängern aus Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Albanien und Moldawien besetzt. Für die großen Partien standen auch Alternativbesetzungen zur Verfügung, die ebenfalls von CEE-Musiktheater gestellt wurden.
Die Deutsche Bank Stiftung, einer der beiden Hauptsponsoren von CEE Musiktheater äußerte den Wunsch, dass ein Abgänger der von ihr ebenfalls geförderten Einrichtung „Akademie Musiktheater Heute“ die Regie übernehmen sollte: mit Alexander Radulescu konnte ein Künstler mit rumänischen Wurzeln gefunden werden, der mit relativ einfachen Mitteln eine schlüssige und in der Personenführung sehr moderne und durchdachte Regie entwickelte. Die Kostüme wurden von der Rumänin Adriana Urmuzescu entworfen. Die musikalische Leitung übernahm David Crescenzi, ständiger Dirigent am Opernhaus Timisoara. Die umfangreichen Vorarbeiten bei der Sommerakademie Heiligenkreuz, sowie 4 Wochen intensive Probenarbeit waren musikalisch deutlich spürbar und ermöglichten eine stimmige, in jedem Moment spannende Aufführung. Das wurde insbesondere im 4. Akt spürbar, wo alle Striche geöffnet wurden und auch Marcellina und Basilio ihre Arien vortragen dürften, was mit besonderem Beifall des Publikums quittiert wurde.
Neben den beiden Hauptsponsoren von CEE Musiktheater, der Republik Österreich sowie der Deutsche Bank Stiftung, gilt unserer besonderer Dank der American Express Stiftung, die für diese Produktion als auch für die Sommerakademie Heiligenkreuz als Sponsor zur Verfügung stand.
Presseartikeln
Erfolgreiche Kooperation: „Le Nozze di Figaro“ in Bukarest
Bericht von Alexander Radulescu, Alumnus der Akademie Musiktheater heute
Eine aus Sicht der Deutsche Bank Stiftung besonders interessante Kooperation ergab sich bei der Produktion von „Le Nozze di Figaro“, die im Dezember 2006 in Bukarest Premiere hatte. Regie führte dort Alexander Radulescu, ehemaliger Stipendiat der Akademie Musiktheater heute, des Förderprogramms der Deutsche Bank Stiftung für den Musiktheater-Nachwuchs. Er berichtet von seinen Erfahrungen während der Inszenierungsarbeit:
„Für uns alle, die Gesangs-Stipendiaten von CEE Musiktheater und für mich, war diese Produktion eine einmalige Erfahrung. Schon die Vorbereitung machte deutlich, dass hier auf sehr hohem Niveau versucht wird, jungen Künstlern die Möglichkeit zu geben, mit erfahrenen Profis gemeinsam eines der gängigsten Opernwerke auf spannende Weise neu zu entdecken. Im Juli 2006 trafen wir uns für zwei Wochen in der Nähe von Wien, dort arbeiteten die jungen Sänger aus sechs Nationen zusammen mit dem Dirigenten David Crescenzi und dem Kammersänger Bernd Weikl an den Partien. Ende Oktober trafen wir uns alle in Bukarest wieder, um nun konkret die Szenen zu proben.
Ungewöhnlich war natürlich auch die Art und Weise, wie die Proben verliefen. Schließlich kamen die Sänger aus den unterschiedlichsten osteuropäischen Ländern: aus Albanien, Bulgarien, Kroatien, Moldawien, Rumänien und Serbien. Trotz aller babylonischer Sprachverwirrung lief die Verständigung sehr unproblematisch. Neben Englisch wurde Rumänisch (das ich eigens für diese Produktion gelernt habe), Italienisch und auch ein wenig Deutsch gesprochen, und dies nicht selten gleichzeitig!
Doch die Sprachhürden waren das geringste Problem bei diesem Ausnahmeprojekt: Angefangen bei den Visa, die einzelne Sänger benötigten, die dann nicht rechtzeitig fertig wurden, so dass die Sänger nicht pünktlich anreisen konnten, bis hin zu Ausfällen von Sängern wegen Krankheit bzw. eines Unfalls auf der Bühne, gab es doch so manches organisatorische Problem, mit dem wir zu kämpfen hatten. Ich denke, das lag an der grundsätzlich anderen Arbeitsweise in osteuropäischen Opernhäusern und in Rumänien vielleicht im Besonderen. Schließlich ist die Opern-Tradition in diesen Ländern noch sehr dem bei uns mittlerweile verpönten Ausstattungs- und Steh-Theater verpflichtet.
Die Zuschauer aber möchten gerne etwas Neues, etwas Anderes sehen und hören, als zum tausendsten Mal Aida als Schaufensterpuppe im goldenen Morgenmantel. Dies war zu spüren, als wir mit unserer Arbeit in Bukarest anfingen. Schon nach einer Woche kursierten Gerüchte im Opernhaus – von einer angeblichen Skandalinszenierung und von unmöglichen Anforderungen an die Sänger. Doch wer dann bei den Proben dabei war oder sich die Inszenierung am Ende angesehen hat, konnte feststellen, dass es uns gar nicht um Provokation und Skandal ging, sondern dass wir alle versucht haben, das Stück und die einzelnen Figuren ernst zu nehmen und all ihre Sehnsüchte und Wünsche in Bilder umzusetzen.“

Opernhaus Timisoara / Sarajewo
Premiere „L´elisir d´amore“ an der Nationaloper Timisoara
Die erste Koproduktion eines Rumänischen Opernhauses mit einem Opernhaus außerhalb Rumäniens war am 28. April 2006 in Timisoara zu sehen.
Wegweisend nicht nur diese Neuheit der internationalen Zusammenarbeit der Nationaloper Timisora mit dem Nationaltheater Sarajewo, sondern auch die Premiere von „L´elisir d´amore“ von Donizetti. Die gewagte und in eine andere Zeit versetzte Inszenierung von Ognian Draganoff (Bulgarien) wurde vom Premierenpublikum mit Wohlwollen aufgenommen. Die Pointen und spritzigen Passagen hoben die Stimmung, die Debütanten in den Hauptrollen, Narcisa Brumar als Adina und Gergely Nemeti als Nemorino konnten überzeugen. Getragen wurde der Abend vom Schönklang des Opernorchesters, dass von David Crescenzi mit hoher Aufmerksamkeit und schwungvollen Tempi geleitet wurde. Das Opernorchester hatte auch allen Grund an diesem Abend im Vordergrund zu stehen, wurde doch von Siemens eine neue Oboe und von CEE Musiktheater eine Piccoloflöte und zwei Kontrabässe an das Opernorchester vor der Aufführung übergeben.
Bei der anschließenden rauschenden Premierenfeier konnten alle Protagonisten gebührlich gefeiert werden.

Anerkennung des Operndirektors
an herrn Dr. Feiler, Dr. Maurer und Hernn Münch
|

Ehrenmitglied der Natiionaloper Timisoara
|

Übergabe der Oboe von Siemens
|
|

Übergabe der Kontrabässe
|
|
|
|
|
Opernhaus Skopje & Opernhaus Sofia
Standing Ovations bei Premiere von „Die Zauberflöte“ am 17. Februar an der Mazedonische Oper Skopje.
Die erste Koproduktion, initiiert und unterstützt von CEE Musiktheater, hat an der Mazedonische Oper Skopje erfolgreich stattgefunden. Durch diese Koproduktion der Mazedonischen Oper mit der Nationaloper Sofia wurde „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart seit 54 Jahren in Skopje zur Aufführung gebracht. Bei den Vorarbeiten des Leadingteams aus Österreich und Mazedonien am Opernhaus Skopje konnten sowohl technische als auch organisatorische Schwierigkeiten zur Verwirklichung dieser Produktion aus dem Weg geräumt werden – die Mühen aller Beteiligten haben sich gelohnt. Die hochrangig besuchte Premiere wurde vom Mazedonischen Publikum mit Begeisterung aufgenommen. “Ausländische Botschafter, einheimische Politiker, Geschäftsleute und Künstler applaudierten lange nach den außerordentlichen Darbietungen“ schreibt die Mazedonische Zeitung Dnevnik nach der Premiere. „Dieses grandiose Werk wurde von einem ausgezeichneten Team von Autoren aus Österreich auf die Bühne gestellt: Angela Zabrsa (Regisseurin), Anna Katharina Strobl (Szenenbild und Kostüme), Wolfgang von Zoubek (Bühnenbeleuchtung und Bühnenbild). Ganz ausgezeichnet waren das Orchester des Mazedonischen Nationaltheaters, sowie alle Solisten der jüngeren Generation und der Chor. Dem Dirigenten Borjan Canev gebührt ebenfalls ein Großteils des Erfolgs“, so Taburovski in der Mazedonischen Zeitung VEST.
CEE Musiktheater begleitete die Produktion nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern ebenfalls durch Sängercoaching und Ankauf von Lichtequipment für die Bühnenbeleuchtung.
Die Zauberflöte im Mozartjahr 2006 ist eine wichtige Ergänzung im Spielplan des Opernhauses – „deswegen war diese Premiere jetzt ein wichtiges kulturelles Ereignis für unser Land“, tituliert die Mazedonische Zeitung Utrinski Vesnik. „Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Bildprojektionen, die Mozarts Hohelied auf Weisheit und Schönheit begleiten, sind gut gelungen. Der Transfer von Wissen und Technik stärkt in Skopje ein Opernhaus, in dem Mitarbeiter 150 Euro im Monat verdienen. Sängern soll daher durch derartige Produktionen eine Perspektive in ihrer Heimat geboten werden, um weitere Abwanderungen wenigstens zu bremsen. Hinzu kommt Mozarts Botschaft der Toleranz, die auf fruchtbaren Boden fällt, stand das Land Mazedonien doch vor fünf Jahren an der Schwelle zum Bürgerkrieg mit der albanischen Volksgruppe. In diesem Sinne zeigt auch „Die Zauberflöte“, welche großen politischen Fortschritte Mazedonien in diesem Zeitraum auf dem Weg zu einem stabilen Land gemacht hat“, so Wehrschütz in der Wiener Zeitung.
Premiere in Sofia: 20. Mai 2006

|
|
L’italiana in Algeri



Le Nozze di Figaro




|